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Nikola Tesla

 

Geboren am 10. Juli 1856.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Frühes Genie

Nikola Tesla wird in Kroatien geboren, sein Vater ist serbisch-orthodoxer Priester und seine Mutter Djuka Mandic eine Erfinderin von Haushaltsgeräten (!)

Der junge Tesla will sich auf Physik und Mathematik spezialisieren, ist jedoch bald von der Elektrizität fasziniert. Er startet seine Karriere als Elektroingenieur bei einem Telekommunikationsunternehmen in Budapest im Jahr 1881. Dort, beim Spaziergang mit einem Freund durch den Stadtpark, blitzt Tesla die Lösung für das rotierende Magnetfeld durch den Kopf. Mit einem Stock zeichnete er ein Diagramm in den Sand und erklärte seinem Freund das Prinzip des Induktionsmotors.

Er entwirft Dynamos und baut er privat einen Prototyp des Induktionsmotors. Doch da sich in Europa niemand dafür interessieren, dieses revolutionäre Gerät zu fördern, akzeptiert Tesla ein Angebot, für Thomas Edison in New York zu arbeiten. Sein Kindheitstraum ist es, nach Amerika zu kommen, um die Kraft der Niagarafälle zu nutzen.

Klein-Nikola

In die Neue Welt

1884 kommt Tesla tatsächlich in die USA. Zunächst arbeitet er im Labor seines großen Vorbilds, dem 10 Jahre älteren Thomas Alva Edison, in New Jersey und verbessert eine Reihe von Dynamos. Doch schon bald kommt es zu Differenzen. Während Edison ein Verfechter von Gleichstrom ist, hat Tesla früh die Vorzüge des Wechselstroms erkannt, denn für ihn sind alle Energien zyklisch.

Warum nicht Generatoren bauen, die elektrische Energie entlang von Verteilungsleitungen erst in eine Richtung und dann in eine andere in mehreren Wellen senden? Edisons Lampen waren schwach und ineffizient, wenn sie mit Gleichstrom versorgt wurden. Gleichstrom fließt kontinuierlich in eine Richtung; dieses System hatte den schwerwiegenden Nachteil, dass es nicht in der Lage war, die für die Fernübertragung notwendigen hohen Spannungsebenen zu erreichen. Alle zwei Meilen ist ein Gleichstromkraftwerk erforderlich. Wechselstrom ändert seine Richtung 50 oder 60 Mal pro Sekunde und kann auf sehr hohe Spannungsebenen angehoben werden, um den Leistungsverlust über große Entfernungen zu minimieren.

Nikola Tesla entwickelt das mehrphasige Wechselstromsystem aus Generatoren, Motoren und Transformatoren und hält bald 40 grundlegende US-Patente auf das System. Edison will sein Gleichstromimperium nicht verlieren, und ein bitterer Krieg zwischen diesen beiden Erfindern beginnt. Am Ende setzt sich der Wechselstrom durch, weil er die überlegene Technologie ist.

Junger Forscher mit fotografischem Gedächtnis

Radio, Röntgen, Radar

Tesla ist auf vielen Gebieten Pionier. Zu seinen Entdeckungen gehören das fluoreszierende Licht, der Laserstrahl, drahtlose Kommunikation, drahtlose Übertragung elektrischer Energie, Fernbedienung, Robotik und senkrecht startende Flugzeuge. Tesla ist der Vater des Radios und der modernen elektrischen Übertragungssysteme. Er meldet weltweit hunderte von Patenten an. Seine Visionen umfassen die Erforschung von Solarenergie und der Kraft des Meeres. Er sieht interplanetare Kommunikation und Satelliten voraus.

Die Electrical Review veröffentlicht 1896 Röntgenaufnahmen, die von Tesla mit Röntgenröhren seiner eigenen Konstruktion gemacht wurden. Sie erscheinen zeitgleich mit Röntgens Ankündigung seiner Entdeckung der Röntgenstrahlen. Tesla hat nie versucht, auf dieesm Gebiet seine Erfinderschaft zu beanspruchen.

Die von ihm im Jahr 1891 erfundene Tesla-Spule wird in Radio- und Fernsehgeräten sowie in anderen elektronischen Geräten eingesetzt.

Nikola Tesla patentiert das grundlegende System des Radios im Jahr 1896. Seine veröffentlichten schematischen Diagramme beschreiben alle grundlegenden Elemente des Radiosenders, der später von Marconi verwendet werden.

Im Dezember 1901 baut Guglielmo Marconi die drahtlose Kommunikation zwischen Großbritannien und Neufundland in Kanada auf, was ihm 1909 den Nobelpreis einbringen wird. Aber ein Großteil von Marconis Arbeit profitiert von Erfindungen anderer, z.B. James Maxwell und Heinrich Hertz und der Kern der Radioübertragung basiert auf Teslas Originalkonzept, das er in seinem berühmten Vortrag am Franklin Institute in Philadelphia im Jahr 1893 demonstriert hat.

Erst 1943 erklärt Der Oberste Gerichtshof der Vereinigten Staaten Marconis Patent für ungültig und erkennt Teslas bedeutendere Leistung als Erfinder der Radiotechnologie an. Diese späte Anerkennung erlebt Tesla aber nicht mehr.

Im Jahr 1896 wird an den Niagarafällen ein Wasserkraftwerk in Betrieb genommen, bei dem Teslas Wechselstrompatente Anwendung finden. Tesla baut auch als erster eine Fernsteuerung und präsentiert 1898 ein ferngesteuertes Boot. Er setzt seine Forschungen auf dem Gebiet des Hochfrequenz- und Hochspannungsstroms fort und nimmt 1899 ein Labor in Colorado Springs in Betrieb, wo er Experimente mit diesen Stromarten durchführte. Im Jahr 1900 beginnt er mit dem Bau eines drahtlosen Stromübertragungssystems auf Long Island. Es sollte das erste Sendesystem werden, das sowohl Signale als auch Energie ohne Kabel an jeden Punkt der Erde überträgt. Der riesige Verstärkungssender, der Hochfrequenzstrom abgab, würde die Erde in einen gigantischen Dynamo verwandeln, der seine Elektrizität in unbegrenzten Mengen überall auf der Welt projizieren würde.  Er wird aber nie fertiggestellt, weil ihm J. P. Morgan, sein stärkster Geldgeber aufgrund eines Streits zwischen Morgan und Tesla die Finanzmittel nicht mehr zur Verfügung stellt.

Tesla arbeitet weiter an seinen Erfindungen und baut 1907 eine Scheibenläuferturbine, die er ein Jahr später auch testet. Von 1910 bis 1922 beschäftigt er sich mit Erfindungen aus dem Bereich des Maschinenbaus. 

Kein Nobelpreis

1915 verkündet ein Artikel der New York Times, dass Tesla und Edison den Nobelpreis für Physik teilen würden. Seltsamerweise erhielt keiner der Männer den Preis, der Grund bleibt unklar. Es wurde gemunkelt, dass Tesla den Preis ablehnte, weil er ihn nicht mit Edison teilen wollte und weil Guglielmo Marconi bereits seinen erhalten hatte. (1901 als erster Nobelpreisträger für Physik überhaupt: Wilhelm Conrad Röntgen.) 

1942, ein Jahr vor seinem Tod

 

 

 

Privates

Anlässlich seines 75. Geburtstages im Jahr 1931 ziert der Erfinder das Cover des Time Magazine. Tesla erhält Glückwunschbriefe von mehr als 70 Namhaften aus Wissenschaft und Technik, darunter Albert Einstein. Doch in den darauffolgenden Jahren wird Tesla immer sonderlicher.

Der Vegetarier, der bei 1,88 Körpergröße nur 64 Kilo wog und angeblich nachts nur 2 Stunden schlief, entwickelt zunehmend krude Ideen und Zwangsneurosen. Er wohnt die letzten zehn Jahre seines Lebens im 33. Stock des Hotels New Yorker, das erst 4 Jahre zuvor eröffnet wurde, das Zimmer mit der Nummer 3327. Die Zahlen der Zimmernummer sind durch drei teilbar, ebenso wie die Quersummen. Er ist fixiert auf die Zahl 3. Um jedes Haus, das er betritt, fühlt sich Nikola Tesla gezwungen, zuvor 3 Mal zu gehen.

Der Einzelgänger, der nie mit Lebensgefährtinnen oder -gefährten in Verbindung gebracht wird und folglich nie eine Familie gegründet hat, widmet sein Privatleben lieber Tauben. Er füttert sie nicht nur im Park, sondern nimmt regelmäßig alle verletzten Tauben mit nach Hause (= ins Hotel), um sie wieder gesund zu pflegen.

Tesla stirbt am 7. Januar 1943 in seinem Hotelzimmer, wahrscheinlich an einem Blutgerinsel. Aufgrund seiner zahlreichen und mit dem Alter zunehmenden nonkonformen Ansichten gilt er zum Schluss als vereinsamt und verarmt. Trotzdem bekommt er ein Staatsbegräbnis und alles, was Rang und Namen hat, lässt sich zu seiner Trauerfeier blicken. Posthum erhält er all die Ehren, die ihm zu Lebzeiten überwiegend versagt geblieben sind.  

Er wird eingeäschert. Seine Asche überdauert die Zeit in einer goldenen Kugel, Teslas Lieblingsform. 

im Tesla-Museum in Belgrad, Serbien

 

Quellen und zum Weiterlesen:  Wikipedia, britannica, national geographic

 

Biografie im JULI

Den ganzen Monat damit gehadert und dann doch nicht gekonnt...

Hier nur ein paar Eindrücke aus dem Familienalbum:

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